Light My Fire
Jim Morrison war Engel und Teufel, Priester und Clown, erotisch und zerbrechlich zugleich. "Love and Peace" war nicht seine Botschaft, sondern Break on Through to The Other Side: eine Rebellion gegen alles Konservative, gegen die typisch amerikanische Familie, gegen die flächendeckende Kommerzialisierung. Der Leitsatz des selbsternannten Königs der Eidechsen war: "Is everybody in? The ceremony is about to begin." Und die Zeremonie hatte nur ein Ziel: die "Pforten der Wahrmehmung" aufzustoßen. Radikal und poetisch ritt er auf der Welle der Revolution der 1960er und sah das Scheitern voraus, das eigene und des Westens – "This is the end, my friend." Zu seinem 80. Geburtstag nimmt "Light My Fire" das Publikum mit auf eine psychedelische Reise durch die kalifornische Wüste – mit Live-Band und den Songs der Doors.
Presse:
"Eine sehenswerte Annäherung an den berühmtesten Untoten der Popgeschichte. (...) Ausstatter Christian Blechschmidt verwandelt das Kleine Haus in eine kalifornische Wüste mit Kakteen und atemberaubenden Sonnenuntergängen. Das ist längst nicht alles. Über drei Bildschirme flimmern Videos, die den amerikanischen Präsidenten Lyndon B. Johnson, Bombenexplosionen in Vietnam, knatternde Hubschrauber, marschierende Soldaten und vieles mehr zeigen. (...) Der Regisseur und die musikalische Leiterin Cindy Weinhold schaffen etwas ganz Eigenes. Schließlich sind die hervorragenden Musiker Maic Burkhardt (Gitarre), Olaf Satzer (Schlagzeug) und Weinhold (Tasten und Gesang) viel mehr als eine billige Kopie. Anders als eine Coverband legen sie den Kern der Songs frei. (...) Die Schauspieler liefern eine großartige Show ab. Alle drei geben im weißen Rüschenhemd und Locken-Perücke immer wieder Jim Morrison, mal solo, mal zu dritt. Sie machen in herrlicher Spielfreude noch aus der klitzekleinsten Rolle ein Glanzstück. Als Clowns vor dem Vorhang sind sie einfach köstlich, als Konservative mit Cowboy-Hut fast unheimlich. (...) "Zünde mein Feuer an" fordert der Sänger in dem titelgebenden Lied. Und dieses Feuer brennt noch immer - auch in dieser assoziationsreichen Inszenierung." (Nordsee-Zeitung, 15. September 2023)